Im ersten Licht des Morgens

Der Schreibstil vermittelt eine mystische Spannung, die sich durch´s komplette Buch zieht. So bleibt der Leser immer mit Neugierde "am Ball".

Der düstere und traurige Grundton, der hier reflektiert wird, unterstreicht die wesentliche Idee des Buches ausgezeichnet.

 

Chiara, die im Kriegsjahr 1943 dem Jungen Daniele das Leben rettet, flieht mit ihm und ihrer Schwester aus den Kriegswirren in Rom zu deren Verwandten auf´s Land. Gleichzeitig wird der Handlungsstrang im Jahr 1973 aufgerollt, der die Familienverhältnisse der Jugendlichen Maria aufzeigt. Wie diese Geschichten zusammenhängen, wird in den regelmäßigen Zeitsprüngen aufgezeigt.

 

Es macht begreiflich, dass Krieg nicht mit dem Verkünden von dessen Ende, abgeschlossen ist, sondern dass das Leid diejenigen, die ihn miterleben mussten, aber eben auch die nachfolgenden Generationen, betrifft und im Leben integriert ist.

Äussere wie auch innere Zerrissenheit wird hier auf´s Vortrefflichste dargestellt.

Die Geschichte wird dem Leser durch regelmäßige Zeitsprünge nähergebracht.

Das vermittelt ein sehr intensives und detailreiches Bild, das vor allem um die Jahre 1943 und 1973 stattfindet und bei dem eben deutlich wird, dass sich die harten Kriegszeiten noch Jahrzehnte danach bemerkbar machen können. Ausserdem sind diese Zeitsprünge ein wesentlicher Faktor der Spannung, die sich dadurch immer wieder aufbaut, bzw. aufrecht erhält.

 

Die Informationen zu den realen Vorkommnissen und Hintergründen, gerade im politischen Bereich, sind interessant und facettenreich aufgeschlüsselt und gekonnt in die fiktive Geschichte verknüpft.

 

Mein Fazit: ein ernstes Thema, das mit Spannung und Hingabe erzählt wird