Frieda bügelt heute nicht von Rosanna Liebowitz

Dieser Roman kommt, wenn man ihn oberflächlich betrachtet als Liebesroman daher, aber, weit gefehlt, denn er besitzt soviel Tiefgang und Lebensweisheit, dass er seines Gleichen sucht. Hier musste ich oft innehalten, da die Gedankengänge der Mitwirkenden und auch die Charaktere derselbigen oft sehr aufwühlend sind und zum Reflektieren geradezu herausfordern.


Rosanna Liebowitz hat hier eine Geschichte, die anscheinend teils aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz beruht (wie sie in der Nachwort vermerkt) und interessante sowie lebhafte Informationen zu Thailand und den dortigen Gebräuchen miteinander verwoben.


Das Buch dreht sich um Frieda, die mit ihren 39 Jahren erkennt, dass das Leben mit ihrem Mann Eddie und den 3 Kindern so nicht mehr weitergehen kann. Um sich ein Auszeit aus der Misere zu geben, bucht sich Hals über Kopf eine kurze Reise nach Thailand. Dort begegnet sie dann vielerlei Menschen, die ihr bei der Reflexion ihres Lebens äusserst hilfreich zu sein scheinen. Dass ihr auch dort so einige Steine oder anderes in den Weg gelegt werden, ist nicht unbedingt von Nachteil.


Die Autorin schafft mit ihrem Schreib- und Erzählstil ein angenehme Stimmung. Die Höhen und Tiefen der Geschichte wirken real und greifbar. Auch sind die Darstellungen der Orte und Gegebenheiten so lebendig, dass sich der Leser mitgenommen fühlt.


Die Erkenntnisse, die der Protagonistin in den Mund gelegt (oder auch ins Hirn ; D ) werden, schaffen ein emotionales Bild für den Leser.


Mein Fazit: Die Geschichte, die ein seichter Liebesroman sein könnte täuscht, dahinter verbirgt sich allerhand Tiefgang, der seinesgleichen sucht