Der Duft der Träume von Care Santos

Care Santos hat einen Schreibstil, der zu Beginn eine gewisse Spannung und Mystik aufgebaut hat. Leider wird dies immer wieder durch äusserst langatmige Erzählungen und Abschweifungen zunichte gemacht. Mitunter kommt der Verdacht auf, dass hier "Seitenfüller" am Werk waren.


Für Leser, die erotische Details etwas genauer geschildert haben möchten, ist dieses Buch, gerade im ersten Drittel, sicherlich sehr zu empfehlen. Ich empfand diese Stellen jedoch unerotisch. Ja, sogar etwas abstoßend.


Die Autorin packt hier mehrere Geschichten, die sich um eine Schokoladenkanne drehen, in ein Buch.

Deren Entstehung und Weg durch die unterschiedlichen Zeiten und Hände wird von hinten aufgerollt. Somit umfasst das Buch die Gegenwart und wandert zurück bis ins 18. Jahrhundert.


Indem Care Santos zwischen den unterschiedlichen Zeiten der direkt und auch indirekt Mitwirkenden hin- und herswitcht, sind die verschiedenen Geschichten oder auch Vergangenheiten teils gekonnt in Szene gesetzt.

Es zeigt sich eben der Weg der Schokoladenkanne auf.


Für Opernliebhaber - ich muß gestehen, dass ich hier nicht dazugehöre - wird ebenfalls im ersten Drittel jede Menge geboten. Die Autorin greift vielerlei Themen hierzu auf und lässt diese gekonnt mit ins Geschehen einfließen.


Leider gestalten sich die Geschichten, die hier ineinander verwoben werden, von Seite zu Seite langweiliger.


Es wirkt auf mich, dass die Schreibweise der Vergangenheit - die laut Anmerkungen der Autorin etwas mit eingeflossen sind - versucht wird, nachzuahmen und darin wird ebenfalls die damalige Politik gut mit hineingepackt.


Auf mich wirkt das Ganze jedoch immer mehr wie eine ungelungene "Tramödie". Schade


Mein Fazit: Ein Buch, das mehrere ineinander verwobene Geschichten enthält, das durchaus mehr Potential gehabt hätte