Wildfutter

Ein Rosenheim-Krimi

von Alma Bayer

Das Cover gefällt mir nicht so gut, denn es ist mir zu schrill. Obwohl die Hintergrundkulisse die Landschaft, in der sich der Rosenheim-Krimi abspielt, darstellt, sind mir die Farben zu intensiv und grell. Das Wildschwein im Vordergrund ist aus dementsprechend auch nicht so meins. Die Schriftart und auch die Hervorhebung des Titels in Glanzoptik allerdings ist sehr gelungen.

Nach dem Lesen des Buches, bei dem ich 3 Sterne vergebe, finde ich jedoch das Cover passend, denn es wurde auch vom Inhalt her meist überdreht.

 

Der Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen. Leider wurde der Bezug zum Bayrischen dermaßen übertrieben, dass es auf mich eher erzwungen wirkt. Klar, das Ganze sollte sicherlich überspitzt dargestellt werden, damit der bayrische Humor und Charme gut rüberkommen, aber, hier war es einfach des Guten zu viel. Nicht nur die Szenerien, sondern auch die verbalen Ausdrücke sind vollkommen überspannt und immer wieder werden möglichst viele bayrische Ausdrücke und Begriffe aneinandergereiht. Hier scheint es oft so, als ob der Dialekt und die Gewohnheiten Anderssprechenden näher erläutert werden sollen. Ab und zu ist das ganz lustig, aber in dieser Häufigkeit einfach too much.

Das hat für mich nichts mehr mit charmantem Humor zu tun. Es wirkt dann einfach lächerlich und stört den Lesefluss.

 

Die Spannung, die das Buch entwickelt, ist ganz gut gemacht, denn es werden mehr und mehr Details aufgedeckt, die zum Mit-aufdecken anregen.

 

Dazwischen sind sehr gelungen die Sequenzen eingebaut, die sich mit den Nebenschauplätzen befassen.

Wobei ich hier doch von der Herangehensweise sehr enttäuscht bin.

Oftmals hatte ich das Gefühl, nicht einen Kriminalroman zu lesen sondern eher einen Schmachtfetzen mit enormem sexuellen Touch. Das war, wie auch schon oben mit dem Bayrisch, einfach viel zu viel und hat mir den Lesegenuss total "versaut". Ja, das kann durchaus nicht nur Doppeldeutig sondern Mehrdeutig gesehen werden ; D

 

Lokalkolorith wird hier groß geschrieben. Land und Leute werden gekonnt dargestellt und als Leser erhält man somit einen tiefen Einblick in die vorherrschenden Gegebenheiten.

 

Die Charaktere werden lebhaft geschildert. Das Bild, das man sich von den Mitwirkenden machen kann, wirkt authentisch.

 

Das Einflechten vielerlei Themen, die mit detailreichen Informationen unterlegt sind, ist der Autorin hervorragend gelungen. Hier möchte ich beispielsweise das Thema Fußball mit interessantem Hintergrundwissen erwähnen.

 

Mein Fazit: wären hier nicht so viele Übertreibungen und sexuelle Anwandlungen eingebunden, wäre das Buch super gelungen