Die Königin der Orchard Street

von

Susan Jane Gilman

Susan Jane Gilman zeigt mit ihrem Buch hervorragend auf, dass in jedem Menschen Gutes und Böses vereint sind und der Leser aber selbst die "bösen" Seiten verstehen und anerkennen kann.

Der Spannungsbogen wird von Beginn bis Ende hervorragend auf Höhe gehalten und lässt ins Geschehen eintauchen. Das Leben der Protagonistin bleibt von Anfang bis Ende des Buches unvorhersehbar und äusserst spannend.

Der Handlungsfaden wird im steten Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart abgespult und gibt der Geschichte dadurch zusätzliche Energie.


Das Buch umfasst eine Zeitspanne von rund 70 Jahren und beginnt im Jahr 1913. Dies ist das Jahr, in dem das jüdische Mädchen Malka im Alter von etwa 6 Jahren mit ihrer Familie aus Russland nach Amerika auswandert. Da die damaligen schweren Zeiten alles von den Menschen forderten, musste auch Malka schon als Kind Härte, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Gerissenheit und Kreativität an den Tag legen.

Hier zeigt sich aber auch, dass trotz oder vielleicht gerade wegen oben genannter Stärken oder Schwächen eine innere Leere, Gleichmut und auch Rache zutage treten können.

Alle genannten Charaktereigenschaften werden Malka das ganze Leben begleiten.


Sehr eindrucksvoll wird der Werdegang vom armen Mädchen hin zur reichen Geschäftsfrau eines Imperiums aufgezeigt.

Durch immer wieder neue Schicksalsschläge und die damit verbundenen Änderungen ihres Lebens wird sie von mal zu mal stärker aber eben auch härter und rücksichtsloser.


Obwohl in der Zeitspanne des Buches  die beiden Weltkriege stattfanden, ist es dennoch kein "Kriegsbuch". Gekonnt werden die damaligen Ereignisse ins Geschehen eingeflochten, jedoch wird sich darin nicht "verloren".


Mein Fazit: Spannend umgesetzte Geschichtslehre mit Suchtfaktor