Die Tochter des Fechtmeisters

von Sabine Weiß

In gewohnter "Sabine Weiß"-Manier ist das Cover wieder vortrefflich gewählt. Als Hintergrund die Stadtansicht und im Vordergrund die Dame ohne Kopf mit Kleidung und Utensilien, die hervorragend zum Titel passen.

Eine Augenweide im Bücherregal.

 

Ebenso gekonnt empfinde ich zu Beginn das Personenverzeichnis mit den Vermerken für historisch verbürgte Persönlichkeiten. So kann man immer wieder spicken und die Zusammenhänge noch besser erfassen. Ausserdem verstärkt es den Leseeindruck um so mehr, wenn zur fiktiven Geschichte die realen Persönlichkeiten verflochten werden.

 

Bereits der Anfang ist sehr rasant und mitreissend. Hier wird man als Leser von Beginn an ins Geschehen katapultiert.

 

Die Vorkommnisse und Begebenheiten, gerade zu politischen Hintergründen, sind über das ganze Buch hinweg detailreich und nachvollziehbar geschildert. Die Details, gerade die des Kriegsgeschehens, waren mir aber doch etwas zu ausschweifend, dass ich hier ab und an den Faden verloren habe.

 

Ränkeschmiede und Intrigen, die sicherlich zu damaliger Zeit gang und gäbe waren, werden vortrefflich dargestellt.

 

Viele Hintergrundinformationen und Bräuche zur Fechtkunst und den unterschiedlichen Vereinigungen und deren Zwistigkeiten sowie die verschiedenen Begriffe und Ausführungen klingen sehr plausibel und sind interessant und bildhaft verwoben.

 

Ebenso verhält es sich mit den Darstellungen zu den Religionszwistigkeiten und -kriegen.

 

Die Darstellungen der unterschiedlichen Bräuche und hier insbesondere zum Judentum, sind detailreich und ebenfalls hervorragend ins Geschehen verknüpft und ergeben ein umfassendes Bild.

 

Der Spannungsbogen wird zu Beginn durch vielseitige "Einblendungen" ominöser Geschehnisse oben gehalten. Die Übergänge, die anfangs wunderbar gelungen sind, werden jedoch später oftmals durch zu kurze Sequenzen etwas chaotisch und reissen immer mal wieder aus dem Lesefluss.

 

Diese "Einspieler", die zwar immer wieder den Spannungsbogen hochhalten sollen, erreichen jedoch durch die Kürze für mich gerade das Gegenteil, weil eben das Mitfiebern so etwas abhanden kommt.

 

Mein Fazit: detailreiche Darstellungen der damaligen Vorkommnisse mit spannender Geschichte