Die fremde Königin

von Rebecca Gablé

Bei der Aufmachung des Covers dachte ich zuerst, dass dies eher ein Abenteuer-Jugendroman sein wird. Der schwarze Hintergrund ist doch sehr untypisch für historische Romane. Aber, es sticht auf jeden Fall ins Auge und zeigt, dass hier nicht "mit dem Strom geschwommen" wird und das finde ich klasse. Auch bei der Haptik wurde hier auf Details geachtet, die mich begeistern.

Die Klappeninnenseiten zu Beginn des Buches weisen das Reich Ottos I. um 962 und die Klappeninnenseiten zum Ende des Buches den Stammbaum der Ottonen auf. Diese Darstellungen sind ebenfalls, wie auch das Cover, wohldurchdacht und sehr ansprechend. Diese Karten kann man sich immer wieder beim Lesen zu Gemüte führen und sie unterstützen den Lesegenuss und das Miterleben.

Ebenfalls ist hier die Aufstellung der wichtigsten Figuren, die zu Beginn des Buches eingebettet ist, eine gute Nachschlageliste, die den Lesefluss und das -erlebnis verstärkt.

Ausserdem möchte ich hier noch auf die äusserst gelungenen Skizzierungen zu den Kapitelbeginnen hinweisen, denn die sind wirklich ein Augenschmaus.

 

Dies ist der zweite Band nach "Das Haupt der Welt". Hierzu möchte ich erwähnen, dass aber jeder Band separat und auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Ich habe bisher beispielsweise den 1. Band noch nicht gelesen, konnte mich jedoch gleich ins Geschehen einfinden.

 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr detailreich. Hier werden Szenerien geschildert, die die Historie betreffen und äusserst interessant und lehrreich dargestellt sind. Aber, nicht nur Geschichte, sondern auch Liebe, Leid, Intrigen, und sämtliche damit verbundenen Ränkespiele werden aufgeführt. Dies lässt, trotz der immensen historischen Gewalt, einen kurzweiligen Lesegenuss zu.

Die Charaktere werden derart lebendig, dass man den ein oder anderen am liebsten selbst am Schlafittchen packen möchte. Ausserdem werden Realität und Fiktion so gekonnt ineinander verwoben, dass man Geschichte mit einer Freude gelehrt bekommt, die seinesgleichen sucht.

 

Rebecca Gablé zeigt hier, wie historische Bücher geschrieben werden sollten. Mit Spannung, Crime und Action....aber, natürlich dürfen Liebe und Drama auch nicht zu kurz kommen.

 

Mein Fazit: Ein Buch, das zeigt, wie Geschichte geschrieben werden kann