Der Hexenschöffe von Petra Schier

Obwohl ich oft wegen der grausamen und schauderhaften Details versucht war, das Buch wegzulegen, konnte ich doch aufgrund des hervorragenden Schreibstils von Petra Schier und aus Neugier zur Vergangenheit nicht aufhören und war völlig gebannt.

Dieser historische Roman handelt vom Leben rund um den Hexenschöffen Hermann Löher, der im 17. Jahrhundert gelebt hat.Vor allen Dingen war die 600seitige Klageschrift des Hermann Löher Grundlage zu diesem spektakulären Roman.

Das Buch zeigt die Abgründe des Menschen auf sehr eindrückliche Weise. Oft musste ich innehalten, da Petra Schier das Prozedere der Peinigungen der angeblichen Zauberer....so real darstellt. Selbst die niederen Beweggründe wie Neid, Macht und Geld der Hexenkommissare sind so plausibel erläutert, dass einem gleich übel davon werden kann.

Sehr beängstigend und gleichzeitig einleuchtend ist es, wie die breite Masse sich von der Obrikeit "dirigieren" lässt. Das ist wohl auchein Grund, warum Diktaturen gelingen.

Was die Realität noch untermauert sind die Zitate aus Lohers "Wehmütiger Klage", die den Kapiteln vorangestellt sind.

Ausserdem hat Petra Schier Briefe des Pfarrers Winand Hartmann, die er an Hermann Löher am 17. Februar 1637, am 04. Juni 1637 und am 29. Juni 1637 geschrieben hat, involviert.

Mein Fazit: Detailgetreu, super interessant - Schaudern inbegriffen