Brief an meine Schwester                                                      von Leslie Malton mit Roswitha Quadflieg

Leslie Malton schreibt diesen "Brief" so lebensecht und nah, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte.

Hier wird deutlich, dass nichts verschwiegen, sondern die ganze Bandbreite von Erlebnissen und Gefühlen offen "auf den Tisch gelegt" wird.

Die Schilderungen der Ereignisse sowie der Gefühlslage wirken authentisch und schonungslos ehrlich.

Hierzu gehören Selbstvorwürfe, -anklagen sowie gleiches auch die Angehörigen betreffend, gegenüber.

Ebenfalls werden die Bereicherungen, die Krankheiten/Behinderungen....mit sich bringen können, aufgezeigt.


Die Erleichterung, dem Dubiosen einen Namen geben zu können, wird so verständlich rübergebracht, dass sich der Leser ganz damit auseinandersetzen kann.

Hierunter fällt auch die normale Reaktion des "Augen-verschließens" und des Begreifens und damit umgehens.


Auch die Lebensumstände, die Rett oder auch andere Beeinträchtigungen mit sich bringen, klingen plausibel und werden in lebhaften Bildern geschildert. Hier darf auch durchaus geschmunzelt... werden, denn gerade ein offener Umgang mit dem Thema ist wünschenswert und wird angestrebt. Nur so kann Inklusion funktionieren und bleibt nicht nur ein Wort, sondern wird allgegenwärtig gelebt.


Mein Fazit: schonungslos ehrliches und aufrüttelndes Buch