Die Kamelieninsel

von Tabea Bach

Das Cover ist von der Farbgebung und den Abbildungen her schön und verweist in gewisser Hinsicht auf den Inhalt. Gekonnt ist gerade das Schultertuch in Szene gesetzt, welches eine wundervolle Stimmung erzeugt.

 

Ich bin hin- und hergerissen und eine Bewertung fällt mir hier super schwer, denn ich muss gestehen, dass bis mindestens zur Hälfte des Buches der Funke nicht so recht überspringen wollte. War zwar an der Idee und den generellen Geschehnissen interessiert, jedoch konnte ich den Zugang zur Geschichte nur mittelmäßig finden. Das lag zum Teil daran, dass die Vorgänge oft eher  aneinandergereiht waren, jedoch kaum Emotionen der Beteiligten zu erkennen waren. Zum anderen an der Darstellung der Charaktere, denn diese wurden zwar mit intensiven Details erwähnt, dennoch konnte ich keinen Bezug dazu aufbauen, weil die Reaktionen ebenso wie bei den Vorgängen, eher an eine Aneinanderreihung erinnert hat.

 

Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bin  ich froh, am Ball geblieben zu sein, denn mir ist mittlerweile teilweise bewusst, dass der Schreibstil die Stimmung so rübergebracht hat, wie es passend zu den Vorkommnissen sein sollte.

 

Wenn ich so reflektiere, ist es zwar ein typischer Frauenroman mit Liebe und allem Drum und Dran, vor allen Dingen jedoch zeigt er auch, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu finden und diesen auch zu gehen.

 

Spannung konnte sich bei mir erst zum Ende des Buches etwas aufbauen und das hat mich hier, obwohl es bei diesem Genre nicht unbedingt nötig wäre, trotzdem gestört, denn durch das anfangs "Nicht-hineinfinden" in die Geschichte, was ich ja vorab bereits erwähnt habe, hat mich die Voraussehbarkeit hier teilweise richtig genervt.

 

Hingegen wurden von Anfang bis Ende die örtlichen Gegebenheiten wundervoll detailreich und nachvollziehbar dargestellt. So war es mir in diesem Punkt möglich, mich jeweils an Ort und Stelle zu wähnen und die dortige Stimmung einzufangen. Dabei wurde deutlich, dass Reisen eine große Leidenschaft der Autorin ist, wie auch in deren Vita im Buch erwähnt wurde. Hier steckt Energie dahinter.

 

Mein Fazit: Idee der Geschichte sowie die Darstellung der örtlichen Gegebenheiten interessant und vielfältig, jedoch konnte ich meist zu wenig Zugang zum Buch generell finden