Die Farben der Erinnerung

Das Cover, in Sepia gehalten, das durch geschickt in Szene gesetzte Farbpunkte unterbrochen wird, ist mir sofort ins Auge gestochen. Nachdem ich mir dann einen Einblick in die Beschreibung und die Leseprobe verschafft habe, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen.

 

Leider waren diese dann wirklich viel zu hoch gegriffen. Aber, ich dachte mir, etwas Einlesezeit und dann bin ich mitten im Geschehen. Da mich jedoch der Schreibstil nicht fesseln konnte, hat sich das ebenfalls als Trugschluß herausgestellt.

Der Schreibstil ist eher eine Ansammlung von hintereinander aufgereihten Ereignissen. Obwohl die Autorin sehr viele interessante Informationen zu Land und Leuten eingebracht hat, dies sowohl zu Geschehnissen und Eigenheiten von früheren Zeiten wie auch von der jetzigen Zeit, wirkte dies durch fehlenden Zugang zum Inhalt auf mich sehr langatmig und ich habe daran das Interesse verloren. Das geschieht mir, gerade wenn es um gutes Informationsmaterial geht, wirklich selten, aber hier war es dann langweilig und ermüdend.

 

Genauso hat es sich mit der Darstellung der Charaktere verhalten. Diese wurden zwar durchaus detailreich beschrieben. Ja, beschrieben ist das richtige Wort hierfür, denn ich konnte mir zwar deshalb deren Gedanken und Reaktionen vorstellen, jedoch keinerlei Zugang, weder positiven noch negativen, zu diesen Personen aufbauen.

Die Spannung, die durch die Vorkommnisse eventuell entstehen hätte können, konnte aufgrund der vorgenannten Gründe nicht aufkommen. Auf mich wirkte dieses Buch düster und schwermütig und hat mich vollauf enttäuscht.

 

Mein Fazit: unnahbarer Schreibstil, der die detailreichen und durchaus interessanten Informationen kaputt macht