Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Das vortreffliche Cover schafft in seiner Farbgebung und der Darstellung mit dem etwas verschwommenen Blick auf das Gutshaus genau die Atmosphäre und das Zusammenspiel, das der Inhalt auch verinnerlicht. So verhält es sich auch mit den Klappeninnenseiten, die das in grelles Licht getauchte Gutshaus etwas näher darstellen. Hier wird die Verbindung zwischen Damals und Heute gelungen aufgegriffen und es macht neugierig auf das, was der Inhalt so zu bieten hat.

 

Die Autorin, die mit ihrer Trilogie "Die Tuchvilla" die Bestsellerlisten stürmte, möchte jetzt mit diesem 1. Band "Das Gutshaus" wieder die Leser mitreißen.

 

Der Schreibstil ist super eingängig und vermittelt dem Leser Authentizität sowohl bei der Handlung wie auch mit der Darstellung der Charaktere. Die Mitwirkenden werden nahbar und realistisch dargestellt. So kann man sich in deren Reaktionen und Beweggründe gut hineinversetzen.

Ausserdem wird der Spannungsbogen gekonnt aufgebaut und bis zum Ende hin gehalten. Gekonnt wird die Neugier des Lesers immer wieder auf´s Neue angefacht, indem Andeutungen auf bestimmte Vorgänge genau in der richtigen Dosis ins Geschehen eingewoben und nach und nach immer weiter aufgedeckt werden. Vielerlei Nebenschauplätze, die allesamt interessant und spannend sind, machen aus einer Geschichte viele Wissenswerte.

 

Die Geschichte gibt einen lebhaften und interessanten Einblick in die jeweiligen Zeiten, die sich zwischen den Kriegs- und Nachkriegsjahren, beginnend im November 1939 bis Mai 1946 sowie der Zeit von Mai 1990 bis Oktober 1991, abspielen.

Unterschiedliche Erzählvarianten, wie beispielsweise Kapitel, die sich zwischen den Zeiten von damals und der näheren Geschichte abwechseln, verschiedene Blickwinkel die die Erlebnisse unterschiedlicher Personen erzählen oder aber auch Tagebucheinträge, die zudem auch noch als Zeitraffer dienen, machen das Buch kurzweilig und hochinteressant. So werden Stück für Stück die Geschichtsstränge immer näher zusammengefügt und dem Leser ein umfassendes Bild vor Augen geführt.

Bei diesen Darstellungen war es äusserst hilfreich, dass diese durch verschiedene Schriftarten voneinander unterschieden wurden, da die Sprünge teilweise etwas zu groß waren und ich ab und an zurückblättern musste, um den Zusammenhang besser verstehen zu können. So konnte das Gesuchte schnell gefunden werden und hat den Lesefluss kaum beeinträchtigt.

 

Mein Fazit: gelungener 1. Band, der neugierig auf Weitere macht