Die Jahre der Schwalben

von Ulrike Renk

Dies ist der Folgeroman nach "Das Lied der Störche" und dies spiegelt sich auch gelungen im Cover wider. Zuerst ist es einmal der gleiche Stil, der super in die Zeit, in der sich die Handlung abspielt, passt und ausserdem ist dies auch an der Abbildung der Frau, die von Buch zu Buch reifer erscheint, wunderbar zu erkennen.

Obwohl ich den Vorgängerroman begeistert verschlungen habe, traue ich mich trotzdem zu behaupten, dass man in diesen Folgeband ohne weiteres auch ohne diese Vorkenntnisse von Beginn an ins Geschehen eintauchen kann, denn die Autorin lässt wichtige Details immer wieder in kurzen Erinnerungsphasen gekonnt und abwechslungsreich einfließen. Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich den 1. Band gelesen habe, konnte ich mich sofort wieder intensiv an die Geschehnisse erinnern und somit diese nochmal genießen. Das hat mir auch wieder im Nachhinein gezeigt, dass Ulrike Renk´s Schreibe bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

Durch das hervorragende Lokalkolorit und die lebhafte Darstellung der Charaktere wird deutlich, wie sehr sich die Autorin mit dem Leben und den Lebensumständen von damals auseinandergesetzt hat. Da dieser Roman auf wahren Begebenheiten beruht, wird auch klar, dass sie sich mit den Leuten, die ihr die Familiensaga nahegelegt haben, intensiv beschäftigt hat.

 

Beginnend im Frühjahr 1930 und endend im Jahr 1944 greift die Geschichte die Geschehnisse dieser Zeiten gelungen auf. 

Die politischen Machenschaften der Vorkriegsjahre wie auch die der Kriegszeiten werden gekonnt und hochinformativ ins Geschehen eingebunden, welche die Verhaltensweisen und Standesregeln und -dünkel dieser Zeit authentisch widerspiegelt.

Der Verzicht und das, wie die Menschen gelebt und überlebt haben, wird in emotionalen und gut nachvollziehbaren Szenen erzählt.

 

Die Charaktere werden so lebendig dargestellt, dass ich bei dem ein oder anderen voll d áccord war und wieder anderen am liebsten den Hals umgedreht hätte.

Genauso soll ein gutes Buch für mich sein, denn so kann ich sämtliche Emotionen voll und ganz erfahren. Hier ist ein Eintauchen ins Geschehen von Anfang bis Ende gegeben.

 

Gelungen eingesetzte Zeitraffer, wie beispielsweise Briefe oder Kapitelbeginne, die Zeitsprünge machen, schaffen es, dass die Geschichte nicht langatmig, sondern immer flüssig und überaus lesenswert bleibt.

 

Hochinteressante Informationen über die Historie in Bezug auf neue Technologien, beispielsweise Telefone, Autos, Landmaschinen etc. etc. und die Firmen, die diese Neuerungen auf den Markt gebracht haben, machen das Bild komplett.

 

Mein Fazit: auch nach diesem gelungenen Folgeroman warte ich jetzt sehnsüchtig auf den 3. Band