Das Fundament der Ewigkeit

von Ken Follett

Beim Cover, sowohl des Umschlagblattes wie auch des Buches selbst, wurde auf kleinste Details geachtet und es ist vortrefflich gewählt. Die Farbgebung wirkt zurückgenommen und doch ist genau dies in diesem Falle super stimmig und macht neugierig, was denn der Inhalt alles so zu bieten hat. Selbst die Haptik mit den erhobenen Schriftzeichen und der Abbildung sind klasse gemacht. Ich musste immer und immer wieder darüberstreichen. Die Klappeninnenseiten zeigen in einer wunderschönen Karte die Orte auf, in denen die Handlung sich abspielt und wurde auch von mir immer wieder begutachtet, da für mich dann das Leseerlebnis umso eindringlicher war.

Der Autor hat als Gedächtnisstütze, wie er sich auch in netten Worten zu Beginn und auch am Schluss des Buches an den Leser wendet, ein Personenverzeichnis vor- bzw. hintangestellt. Obwohl ich das Buch nicht, so wie Ken Follett hierin erläutert hat, über längere Zeit weggelegt habe, war ich doch sehr dankbar für dieses und auch das Verzeichnis zum Ende des Buches, da sehr viele Mitwirkende mit für mich oftmals schwer zu unterscheidenden Namen vorkommen und so konnte ich immer wieder nachgucken, um wen es sich denn dabei handelt oder aber auch, wie eben am Ende des Buches, das Verzeichnis der Personen, die es wirklich gab. Das hat ebenfalls das Erlebnis an sich nochmals verstärkt.

 

Nach "Die Säulen der Erde" und "Die Tore der Welt" ist "Das Fundament der Ewigkeit" der 3. Kingsbridge-Roman. Obwohl ich die beiden Vorgänger ebenfalls gelesen habe, ist es durchaus kein Problem, diesen Folgeband ohne weitere Vorkenntnisse zu lesen, denn der Schreibstil ist super eingängig und gut nachvollziehbar.  Ich denke aber auch, dass man, wenn man dies verinnerlicht hat, sich die beiden Vorgänger sicherlich nicht entgehen lassen will. Wie schon erwähnt, habe ich die beiden vorherigen gelesen und das ist schon einige Jahre her, aber, die Einflechtung auf vorangegangene Vorkommnisse haben mir diese wieder lebhaft vor Augen geführt. Daran kann man sehen, dass diese, wie auch der jetzige Roman, bleibenden Eindruck hinterlassen.

Obwohl dieses Buch aufgrund der Thematik und der intensiven Details keine leichte Kost ist, lässt es sich wunderbar lesen und begreifen. Ausserdem sind so viele spannende Momente eingebaut, dass der Spannungsbogen durchweg oben gehalten wurde. Hier möchte ich in Kürze die Stimmungen, wie ich dieses Buch empfinde, widergeben: charaktervoll, spannend, beeindruckend, interessant, lehrreich, wissenswert, geistreich, unverblümt, schonungslos und dennoch niveauvoll, authentisch...

Diese Emotionen fußen auf Lug und Trug, Verrat, Intrigen Neid, Habgier, Machtkämpfe, Standesdünkel aber auch auf Liebe, Vertrauen und Zusammenhalt.

Die jeweiligen Geschehnisse werden immer wieder abwechselnd aus Sicht der jeweils Betroffenen geschildert. Dies führt einerseits dazu, dass die Spannung stetig aufgebaut oder hochgehalten wird und andererseits zeigt dies dem Leser ein vollständiges und aufschlussreiches Bild der Vorgänge. Dies bezieht sich auch auf die dargestellten örtlichen Begebenheiten, die jeweils ein lebhaftes Bild vor Augen führen, so dass man sich als Leser vor Ort in damaliger Zeit wähnt.

Obwohl der geschichtliche Hintergrund, der sich äusserst detail- und umfangreich durch´s komplette Buch zieht, schon das ein odere andere Mal die Zusammenhänge aus den Augen verlieren lässt, schafft es der Autor immer und immer wieder, durch gut eingeflochtene Erklärungen und Hinweise, dem Leser die Zusammenhänge und Vorgänge begreiflich und verständlich zu machen.

Stück für Stück werden die immensen Sachverhalte intensiv und authentisch dargestellt und zeigen auf, wie alles ineinander versponnen ist und dies gekonnt durch die Verflechtung von Realität und Fiktion.

Die enthaltenen Informationen über beispielsweise die Religionen und die Machtkämpfe dazu, wie auch über die Seefahrt und den Beschaffenheiten der unterschiedlichen Schiffe, Galeonen, Kauffahrer etc. sowie die Gefahren, die die Schifffahrer erwarten konnten und die Vorgehensweisen der unterschiedlichsten Manöver lassen auf äusserst intensive und genaue Recherchearbeit schließen, denn die Details werden so ausführlich dargestellt, dass man erstens vielerlei super interessante und spannende Lektionen erfährt und zweitens man das Gefühl hat, als befände man sich direkt an Ort und Stelle.

Die Herangehensweisen der Spionagenetzwerke und deren Drahtziehern auf den jeweiligen Seiten, werden eindringlich durchleuchtet und die Szenerieen, die sich dem Leser bieten, zeigen die Intelligenz aber eben auch die Grausamkeiten in lebhaften und schonungslosen Bildern äusserst nachvollziehbar auf.

 

Die ohnehin umfangreichen Ausführungen, die sich über 1162 Seiten erstrecken, werden noch durch "Zusammenfassungen", beispielsweise in Form von Erzählung eines Protagonisten, ergänzt, die eine Fülle an zusätzlichen fiktiven aber auch realen Informationen liefern.

 

Mein Fazit: Das Buch vereint Kriegsgeschehen, reale Geschichtslektion in Hülle und Fülle und viele emotionale Etappen. Dadurch entsteht keinerlei Langeweile.