Mein Sohn ist schwerbehindert und hat mir geholfen, die Welt besser zu verstehen

von Ian Brown

Mein Sohn ist schwerbehindert

Das Cover ist von seiner Farbgebung und durch das gewählte Bild gut aufeinander abgestimmt und hat mein Interesse geweckt.

 

Den Schreibstil empfinde ich als nicht sehr eingängig. Hatte eher das Gefühl, dass hier das Leben mit Walker als Aufzählung von Ereignissen stattfindet. Den Autor habe ich dadurch mehr als Erzähler erlebt und weniger als emotional Betroffenen.

Es wird deutlich, dass es sich hier um unverfälschten, schonungslosen Inhalt von ergreifender Thematik handelt, jedoch eben eher von außen betrachtet. Wenn ich mir den Titel jedoch verinnerliche, habe ich die Erwartung, dass ich mich durch die Schreibweise "mitgenommen" fühle. Das hat sich jedoch nicht bestätigt.

Es wirkt auf mich wie ein Erzählbuch, dass andere schonungslos am Leben teilhaben lassen will, jedoch werden die tiefsten Empfindungen des Autors für mich nicht deutlich. Mir ist durchaus bewusst, dass es nicht leicht ist, über die Thematik an sich zu schreiben, aber, wenn man dies dann doch machen will, sollten die tiefen Emotionen dabei auch nicht außen vor bleiben. Deshalb ist für mich hier der Ausdruck: "was Halbes und nichts Ganzes" sehr passend.

Es werden Szenerien geschildert, die das Leben und den Umgang mit so weitreichenden Einschnitten darstellt, jedoch eher auf das, was man sich bei näherer Betrachtung ohnehin vorstellen kann. Der intensive Bezug dazu hat mir gefehlt.

 

Mein Fazit: als Erzählbuch in Ordnung - habe mir jedoch in Hinblick auf den Titel mehr Emotionen erwartet