Farbenblind

Allein das Cover hat schon eine enorme Aussagekraft, denn der Hinter-, wie auch Vordergrund geben die Zerrissenheit, die im Buch geschildert wird, gekonnt wider.

Die intensiven Farben und der verschmitzte Blick des Autors tragen das Übrige dazu bei. Besser hätte das Cover nicht gestaltet werden können.

 

Am Schreibstil erkennt man die oben genannte verschmitzte Art des Autors, denn er versteht es, die Dinge beim Namen zu nennen und obwohl es ein ernstes, sehr trauriges Thema ist, weiß er doch, die Situationen emotional aufwühlend und dennoch mit oftmals verschmitztem, charmantem Humor zu erzählen. Hier bedient er sich meiner Meinung nach der Übertreibung, die in manchen Büchern vielleicht als unrealistisch genannt wird, aber, in "Farbenblind" passt das einfach zum Stil, denn so werden die Szenarien noch eindringlicher erlebt und eine gewisse künstlerische Freiheit trägt hier zum besseren Verstehen mit gutem Humor bei.

Die Schreibweise macht es einem leicht, das Gelesene zu begreifen und sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen.

 

Die beschriebenen Charaktere sind trotz der oben genannten Übertreibungen authentisch dargestellt und man kann sich in die Reaktionen und Beweggründe sehr gut hineinversetzen.

Es ist hochinteressant und sehr aufschlussreich, die detailreichen Vorgänge und Beweggründe schonungslos und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, von einem Menschen geschildert zu bekommen, der unmittelbar betroffen ist und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel als oft üblich, zu erfahren.

 

Den unterschiedlichen Kapiteln werden jeweils kurze Einleitungen vorangestellt, die den Leser auf das Folgende vorbereiten und dazu führen, dass man sich noch intensiver damit befassen kann und alles verständlicher wird. Hier habe ich neue Perspektiven und viel Interessantes erfahren und das mit einer Leichtigkeit, die der lockeren und unverblümten Schreibe des Autors geschuldet ist.

 

Es wird gezeigt, dass man bei Problemen und Schwierigkeiten nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern diese als Herausforderungen des Lebens ansehen soll.

 

Mein Fazit: hervorragend gelungenes Buch, das schonungslos, detailreich und emotional die Vorgänge begreiflich macht